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Thüringen trifft Italien | Bratwurstpfanne

Die Thüringische Küche ist nicht so mein Spezialgebiet. Vielleicht ist das ein Problem aller "Zugezogenen" und obwohl ich nun schon über 15 Jahre hier lebe (*verrückt) ist die Bratwurst ein Phänomen, das mich noch nicht so ganz gepackt hat. Als einer meiner liebsten Blogs "Feels Like Erfurt" dann nach einem thüringischen Rezept fragte, musste ich erstmal kreativ werden. Die italienische Küche inspiriert mich ja immer sehr und da fiel mir ein, dass man ja die Salsiccia Wurst auch gern mal aus ihrer Pelle drückt um damit Speisen aufzupeppen. Das muss doch auch mit unserer Thüringer Artverwandten funktionieren?

Tut es auch und zwar hervorragend. Und weil zu Thüringen ja auch der Kloß gehört, entstand ein schnelles Gericht, dass auch im noch so stressigen Arbeitstag Platz findet um ein wenig Heimatgefühl zu verbreiten.

Wem das zu rustikal ist (wie mir) für den gibt es auch noch eine sehr italienische Variante. Aber dazu gleich mehr.



Zubereitung


Für unsere Kloßteig Gnocchi nehme ich fertige Masse (natürlich hier aus der Ecke, wie sich das für echte Erfurter gehört) und drehe auf der einer bemehlten Arbeitsfläche kleine Rollen. Hier werden nun im Abstand von ca. 1cm kleine "Kloß-Gnocchi" geschnitten und gekonnt mit der Gabel in Form gebracht. Naja - oder eben auch nicht. Im Magen ist es dunkel. Macht euch also keinen Stress.

Bei der italienischen Variante verwende ich gleich das Original. Gnocchi findet ihr in jedem gut sortierten Supermarkt in der Kühlwarenabteilung. Für alle anspruchsvollen Köche: Klar kann man die selber machen. (Hab ich auch schon mal.) Allerdings sprengt das unser Vorhaben eines schnellen Alltagsgerichts.





Einen Topf mit Wasser aufsetzen und zum Kochen bringen. In der Zwischenzeit könnt ihr eine große Zwiebel in viertel Ringe und einen festen Apfel in Würfel schneiden.


Die Kloßteig-Gnocchi nun kurz im Wasser garen, bis sie an der Oberfläche schwimmen. Wer es sich zutraut, kann das auch parallel zum nächsten Arbeitsschritt machen.





In einer großen tiefen Pfanne Öl oder Bratenfett erhitzen und die Zwiebeln darin anschwitzen. Gnocchi dazu, sowie Kräuter und die Apfelwürfel und dann die Thüringer Bratwurst ausquetschen, so das sich aus dem Brät kleine Klöpschen formen. Das muss weder schön noch gleichmäßig werden. (Wie oben erwähnt - im Magen ist es eh dunkel.)

Das ganze mit etwas Schwarzbier ablöschen und nach bedarf mit Salz, Pfeffer und Kümmel abschmecken.

VORSICHT! Abschmecken wirklich erst nachdem die Bratwurst hinzugegeben ist und eine Chance hatte dort auch durchzugaren, denn das Brät ist oft wirklich stark gewürzt und mehr braucht es oft gar nicht.





Italien Style


Beim Fleischer meines Vertrauens (für die Erfurter - ich rede vom Marienhof*), gibt es mediterrane Thüringer Bratwürste. Wenn ihr mich fragt, sind das die besten überhaupt und der einzige Fall in dem ich ein Steak für die Bratwurst stehen lassen könnte.

Mit dieser Wurst bietet sich die Bratwurst Pfanne natürlich super auch als italienische Variante an.

Dazu statt einer Zwiebel lieber zwei kleine Schalotten klein schneiden und den Apfel durch zwei Hände Cocktailtomaten ersetzen. Ein paar Italienische Kräuter runden das Bild ab. Lasst die Tomaten ruhig ordentlich schmelzen, so dass der Saft austritt, bevor die Gnocchi und die Wurst dazu kommen. Zum Ablöschen empfiehlt sich statt eines kräftigen Biers dann auch eher Tomatenpüree oder ein Schluck Wein.


Vor dem Servieren nochmal kräftig mit Parmesan einreiben und dann kann's auch schon losgehen.





Zutaten für 2 Personen


Thüringer Variante


ca. 350g Kloßteig

Mehl für die Arbeitsfläche

1- 2 Original Thüringer Bratwürste

1-2 Äpfel

1 große Zwiebel

1 kleine Knoblauchzehe

Thymian

event. Schwarzbier


Italian Style


1 Pck. Gnocchi (Kühltheke)

ca. 15 Kirschtomaten (2 Hände voll)

2 Schalotten

1-2 Thüringer Bratwürste "mediterran"

1EL Tomatenmark oder Tomatenpüree

etwas Rosmarin oder Basilikum

Parmesan



Ich habe beide Varianten mehrfach ausprobiert und bin ganz sicher, dass ihr das in 15 Minuten Kochzeit schafft. Ich bin sehr gespannt auf euer Fazit. Lasst mich gern wissen, was ihr davon haltet, die Bratwurst mal nicht mit Senf und Brötchen zu essen.





Danke an die liebe Christin von Goldine Fotografie*, die mich beim Kochen und Ausprobieren mit der Kamera begleitet hat. Danke auch an "Feels like Erfurt"* für die tolle Idee.


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